Babette Dorn: Debut-CD
Ludwig van Beethoven: Sonate A-Dur op. 2,2 A. Mozart: Fantasie c-Moll KV 396 Robert Schumann: Sonate g-Moll op. 22 (mit originalen Finalsatz) Babette Dorn, Klavier Aufnahme: 30./31.10.1995 Burg Namedy (Spiegelsaal) Prinzessin Heide und Prinz Godehard von Hohenzollern einen herzlichen Dank für die freundliche Unterstützung.  

Zu dieser Aufnahme

Beethoven war 25 Jahre alt, als er sich der Musiköffentlichkeit mit seinen drei Sonaten op. 2 vorstellte, nach den Klaviertrios op. 1 der zweiten Werkgruppe, die er einer Opuszahl für würdig befand, und die kompositorische Vollendung dieser Stücke zeigt, dass es sich keinesfalls um erste Kompositionsversuche handelt. Die Sonate in A-Dur spielt mit der Virtuosität, ist glänzend, voller Humor (1. Satz) und Charme (4. Satz), überschäumend und fast improvisatorisch spontan. Der feierliche langsame Satz bewegt sich dagegen verhalten unerbittlich, meditiert, lehnt sich auf und versöhnt wieder. Für die Gewohnheiten der Beethovenzeit geradezu revolutionär ist die klangliche Ausdehnung der Sonate über die gesamte Tastatur, mit extremen Höhen und Tiefen. Mozarts Fantasie c-Moll KV 396 geht auf ein Fragment eines Sonatensatzes für Klavier und Violine von 1784 zurück, das Abbé Maximilian Stadler nach Mozarts Tode vervollständigte und 1802 als Klavierstück herausgab. Da in der Handschrift die Rolle der Violine so stark untergeordnet ist, dass sie beinahe überflüssig erscheint, vermuten manche Wissenschaftler, dass es weitere Skizzen von Mozart gegeben haben muss. Dafür spräche auch die Qualität der Fantasie ab der Durchführung, die ja sonst schon von Stadler stammen müsste. In jedem Fall hat die Ergänzung durch Stadler eine Komposition gerettet, die in ihrer Dramatik so großartig ist, dass sie – obwohl selten gespielt – als wichtiges Werk aus der Reifezeit des Komponisten gelten kann. Auch die Entstehungsgeschichte von Schumanns Sonate g-Moll op. 22 ist ungewöhnlich. Die hier vorgestellte Erstfassung mit dem fulminanten „Presto passionato“ als Finalsatz stieß nämlich bei Clara Wieck auf derartige Ablehnung („Willst Du den letzten Satz ganz so lassen, wie er ehemals war? Ändere ihn doch lieber etwas und erleichtere ihn, denn er ist doch gar zu schwer…“ – Brief vom 3.3.1838), dass Schumann ihn völlig verwarf und ein Rondo schrieb (laut Schumann „sehr simpel, aber innerlich gut zum ersten Satz passend“). Der anspruchsvollere Originalsatz ist eines der beeindruckendsten und persönlichsten Werke Robert Schumanns, äußerst virtuos und in seiner rastlosen Zerrissenheit am Rande zum Wahnsinn, und das mag es auch gewesen sein, was Clara störte (und Robert selbst vielleicht so beunruhigte, dass er auf ihren Einwand einging). Nach Schumanns Tod war es Johannes Brahms, der auf der Veröffentlichung bestand. In der Clara-Schumann-Ausgabe fehlt das Presto ganz und wird bis heute selten gespielt.